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#deutsch

🧤Ich habe meine Samthandschuhe verloren

Nachträglich eingefügtes Vorwort: Der vorliegende Stoff geisterte als vertüddeltes Knäuel im Kopf der Verfasserin umher, die die Gedankenfetzen nutzte, dem gewählten Ich-Erzähler eine fiktive Geschichte zu knüpfen, in der dieser ordentlich vom Leder zieht, da er sein dickes Fell abgelegt hat.

Ich habe meine Samthandschuhe verloren und so bin ich jüngst jemandem verbal zu stark an den Kragen gegangen. Eben dieser ist mir aber nun mal geplatzt und jener weichgespülte Schürzenjäger, der gut betuchten Damen gern mal zu tief in den Ausschnitt schaut, statt sie mit Verstand zu umgarnen, fühlte sich sogleich auf den Schlips getreten.

Endlich hatte ich mich auf die Socken gemacht, mir diesen Typen vorzuknöpfen und ihm zu erklären, dass unsere Sichtweisen nicht unter einen Hut zu bringen sind. Doch er hat keinen A... in der Hose, nimmt nie etwas auf seine Kappe. Während ich mir jeden Schuh anziehe, wobei der ein oder andere auch mal ganz schön drückt, läuft er ständig in welchen herum, die ihm ein paar Nummern zu groß sind. Immer, wenn eine Sache Haken und Ösen hat, ist er um Ausreden nicht verlegen - die schüttelt er aus dem Ärmel.

Sobald etwas in die Hose geht, hat er eben diese voll. Andere müssen den Kopf für ihn hinhalten und kriegen eins auf die Mütze. Statt mal die Hemdsärmel aufzukrempeln, seinen Mann zu stehen und zu erfahren, wie es ist, selbst mal dumm aus der Wäsche zu gucken, lügt er allen etwas in die Tasche. Seine Unart, mich unter der Gürtellinie zu beschimpfen, um danach den Mantel des Vergessens drüber decken zu wollen, kann er sich an den Hut stecken!

Das ging mir so auf den Senkel und nun ist mir die Hutschnur gerissen. Ich lasse mir einfach nichts mehr in die Schuhe schieben, musste mein Nervenkostüm daher etwas strapazieren, weil es mir fern liegt, einfach so das Handtuch zu werfen.

Eine gütliche Einigung in diesem Disput ist noch lange nicht in trockenen Tüchern, die Beziehung beider Kontrahenten hängt weiter am seidenen Faden. Dummerweise handelt es sich bei dem Herrn in ewig weißer Weste, dem ich nicht mehr die Stiefel lecken werde, um meinen Chef, und ich verwette mein letztes Hemd, den Gürtel demnächst ein wenig enger schnallen zu müssen.

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Comments · 24

  • @indextrader24(75)· 2511d

    Na dann mal tau - !COFFEEA

    Schön formuliert! Realsatire?

  • @hannelore(56)· 2515d

    Wunderschöne Metapherüberschwemmung! Habe den Text sehr genossen 😊

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  • @w74(74)· 2515d

    Hallo Christiane,

    die Art und Weise, wie du die Hürden über gepflasterte Plattitüden, gepolsterte Redewendungen und neu gestrichene Phrasen aus dem alltäglichen Gebrauch zu einer Anklage an Unbekannt nimmst, macht dir mit Sicherheit so schnell keiner nach! Das Problem besteht (meiner Ansicht nach) darin, dass du die Leser mehrheitlich auf eine falsche Spur lenkst, ohne die Möglichkeit des Korrektivs zu nutzen. Stell' dir vor, ich würde mich angesprochen fühlen, müsste daraufhin professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und anschließend den Wörtersee entwässern, da mir das Angeln fremd erscheint.

    Beste Grüße

    Wolfram

  • @beerlover(65)· 2515d



    Hey @chriddi, here is a little bit of BEER for you. Enjoy it!

  • @wulff-media(73)· 2515d

    Sehr schön mit der Sprache gespielt! Darauf ein !BEER - aber vorsichtig trinken und nicht über die Klamotten schütten ;-)

  • @steem-ua(64)· 2515d

    Hi @chriddi!

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  • @afrog(69)· 2515d

    Sicher wirst du einem Drecksack noch die Schuhe aufblasen, bevor du abfetzt und lass dir von so einer fadenscheinigen Stinksocke ja nichts ans Zeug flicken. @Chriddi, dein feiner Stoff ist total witzig, obwohl die Ursache kaum lustig sein kann wenn du daran strickst, nach Jahren in den Sack zu hauen.

    Vergiss nur kein Kleidungsstück zum Lüften raus zu hängen, dass auch alle Vorgesetzten des Jammerlappens erkennen, wie peinlich rein du deinen Kleiderschrank zu halten verstehst.

  • @gaich(59)· 2515d

    Cool geschrieben, ich habe mich echt amüsiert und deine zahlreichen Redewendungen von Schuh bis Hut sehr genossen. ;-) Geniale Idee und klasse umgesetzt. Und ich merke wieder mal, wie toll die deutsche Sprache ist. Danke dir! LGG

  • @mundharmonika(67)· 2515d

    Servus Christiane,

    das hast du großartig hingekriegt, wie man an den Kommentaren deutlich sieht! Auch ich bin dir auf den Leim gegangen (wenn auch nicht auf den Schlips getreten), aber meine Gewohnheit, gleich auch noch zumindest einen Teil der Kommentare und Antworten zu lesen, hat mir sogleich den roten Faden an die Hand gegeben!

    Das erinnert mich an unseren Haus- und Hofsatiriker @leroy.linientreu, dem es auch schon einige Male gelungen ist, mich (und sicher auch andere) ins Grübeln zu bringen, wie er das denn jetzt meint, oder aber in die Irre zu führen, vor allem anfangs. Das ist gekonnte Satire!

    Deshalb habe ich auch seinen Abschiedsbeitrag (immer noch) nicht kommentiert, da ich geneigt war, hier eine weitere raffinierte satirische Finte zu erkennen (wie es andere hier schon vorher ähnlich taten), aber genügend Zweifel blieben dann doch. Durch seine Transfers an den steemchiller habe ich erkannt, dass es ihm tatsächlich ernst war. Möge er sehr bald zurück sein!

    Auch wenn es bei dir nicht Satire ist, ist es doch recht ähnlich gelagert. Als Dichterin und sehr wahrscheinlich auch als Satirikerin und Aphoristikerin würdest du ganz sicher nicht am Hungertuch nagen und dein Auskommen am seidenen Faden hängen, so wie du mit unserer Sprache auf Tuchfühlung zu gehen verstehst! ;-)

  • @double-u(73)· 2516d

    Haha ... Viel "Stoff", würde ich sagen ;-)

    Ein paar weitere Kleidungsstücke hätt's aber noch gegeben ... ;-) (Die waren dir bestimmt auch eingefallen; aber der Text sollte wahrscheinlich nicht zu lang werden.)

  • @mima2606(72)· 2516d

    Was raus muss muss raus. Das kann ich gut verstehen. Man spielt ja viele Rollen im Leben gerade auch auf der Arbeit ist es schwer echt zu sein aber wenn einen die Wut packt und man sagt was Sache ist dann ist man echt und es geht einem danach gefühlsmäßig viel viel besser. Es hat sich ja schon viel aufgestaut . Ich hoffe dass es bereinigen wirkt und keine Nachteile mit sich zieht. Liebe Grüße Michael

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  • @der-prophet(77)· 2516d

    Es wird Zeit das die Chefs merken das gutes Personal Mangelware ist.

    Na und zur Not findest du halt andere Arbeit!!!!

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  • @atego(62)· 2516d

    Hallo Chriddi gut das Du Dir Luft gemacht hast aber wie Du beschrieben hast zu spät solches verhalten gehört im Keim erstick! Mit sieben Jahren musste ich schon verantwortungsvolle Arbeit übernehmen so habe ich früh gelernt was Verantwortung ist aber auch was meine Arbeit Wert ist . Ein Schuh der mir nicht gehört ziehe ich mir nicht an auch den vom Chef nicht . Wenn Du weist das Du gute Arbeit machst gibt's keinen Grund sich so behandeln zu lassen beim ersten mal muss das klar gestellt werden dann weis jeder wo er mit Dir dran ist, ich habe nach zuerst großen 👀 Respekt geerntet und das schon mit jungen Jahren.

    VgA

  • @andyjaypowell(75)· 2516d

    Manches hängt eben am "seidenen Faden"! :-) Weiteres umgarnen ist zwecklos...

  • @wissenskrieger(57)· 2516d

    Alles richtig gemacht!!!

    Solche Typen haben eins auf die fresse verdient... das haben auch schon Die Ärzte gesungen.

    Ich persönlich bin auch ein schlummernder Vulkan. Bis zu einem Punkt kann man etwas aushalten, dann muss der Frust raus!

    Zur Not geht's zum Anwalt.... 7 Chefs hab ich auch schon verklagt...

    Dann habe ich mich selbstständig gemacht;-)

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  • @vieanna(70)· 2516d

    Respekt vor deiner Courage, dem Chef mal anständig die Meinung zu geigen! Soziale Kompetenz und Charakterstärke können es jedenfalls nicht gewesen sein, die diesen Typ in den Direktorensessel gehievt haben.

    Ich nehme an, du stehst in einem Beamten-Dienstverhältnis. Eine Entlassung laut Beamtendienstrechtsgesetz (BDG) ist meines Wissens nur aufgrund einer Verletzung der Amtspflicht oder einer strafrechtlichlichen Verurteilung möglich. Auf der anderen Seite ist im BDG auch ein Mobbingverbot für Vorgesetzte festgeschrieben.

    So wie du es schilderst, scheint die Situation verfahren. Eine gütliche Einigung mit Verbleib an dieser Schule, ein Schulstandortwechsel oder ganz raus aus dem Staatsdienertum? Ich wünsche dir jedenfalls, dass sich in dieser nervenaufreibenden Angelegenheit sehr rasch eine Entscheidung in deinem Sinne abzeichnet.

  • @alucian(73)· 2516d

    Extrem Textillastig deine Worte, die kommen sicher nicht aus der Retorte, mögest du dich weich spülen lassen, sonst musst du deinen Chef wohl noch ein Weilchen hassen. :-) Liebe Grüße und Hut ab, Sascha

  • @muscara(70)· 2516d

    So unschön auch der Anlass, so schön der Post!

  • @ivyfit(63)· 2516d

    Solche Typen gehen gar nicht. Ich halte es in solchen Fällen gerne mit dem Spruch: “Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.” Aber warte erstmal ab, er wird schon wissen was er an dir hat und wenn nicht, dann weiß es ein anderer hoffentlich bald zu schätzen. Es gibt noch andere Arbeitgeber.

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  • @muelli(74)· 2516d

    Dummerweise handelt es sich bei dem Herrn in ewig weißer Weste, dem ich nicht mehr die Stiefel lecken werde, um meinen Chef ...

    Du wirst sehen wie befreiend es Dir bald vorkommen wird diesen Arsch nicht mehr lecken zu müssen und den Gürtel etwas strammer zu ziehen kann, auch wenn es nicht so scheint, wunderbares bewirken. Ich drücke Dir die Daumen und sende bewundernte, wie aufbauende Grüße gegen Duckmäusertum, in deine Richtung! 😎

  • @freiheit50(71)· 2516d

    Vielleicht bist du ihm auf den Schlips getreten? In diesem Fall wäre es das Beste, wenn du erst mal die Fliege machst.

  • @beerlover(65)· 2516d



    Hey @chriddi, here is a little bit of BEER for you. Enjoy it!

  • @condeas(68)· 2516d

    Richtig so. Irgendwann ist der Drops mal gelutscht und auch wenn Höflichkeit eine Tugend ist, kann man mal ruhig Jemanden seine Meinung geigen ;)

  • @siphon(69)· 2516d

    Das klingt nach !dramatoken und einem !BEER zum nachspülen. Diese Konstelation von Zerwürfnissen kenne ich auch (warscheinlich jeder) Da muss man gut überlegen was man sich leistet, ich hoffe Du findest den Weg der für Dich funktioniert.

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