Auf einem meiner häufigen Nachtspaziergänge hier in Tagaytay fand ich kürzlich wieder einen Nashornkäfer der Art Oryctes rhinoceros. Es handelte sich um ein stattliches Exemplar, das aber schon auf ein ziemlich langes Käferleben zurückblicken dürfte, worauf die Kratzer auf den Flügeldecken mit abriebbedingten Aufhellungen bzw. Staub- oder Pilzbelägen und ein Riss im Kopfpanzer hindeuten. Trotz dieser Schäden verfügte er noch über erstaunliche Kräfte. Es ist immer wieder beeindruckend, wie fest sich diese großen Käfer mit ihren (zum Graben) dornenbewehrten Gliedmaßen an meinen Fingern festklammern - würde ich sie mit Gewalt abreißen, blieben sehr wahrscheinlich Hautstücke an ihren Füßen hängen.
Dass es sich bei diesem ca. 5 cm langen Exemplar um ein Männchen handelt, erkennt man an seinem großen, nach hinten gebogenen Kopfhorn.
Diese dämmerungs- und nachtaktiven Tiere ernähren sich im adulten Stadium vom Saft junger Palmenblätter, während sich ihre bis zu 10 cm langen(!) Larven in verrottendem organischem Material (Kompost, morschem Holz, Palmstümpfen, Mist) entwickeln und somit beim Abbau von totem Pflanzenmaterial und der Nährstoffrückführung ins Ökosystem eine wichtige Rolle spielen.
Oryctes rhinoceros, der die fermentierenden Pflanzensäfte seiner Wirtspflanzen mittels seines Geruchssinns aufspürt, kann als guter Flieger mehrere Kilometer pro Nacht zurücklegen.
Mit seinen kräftigen Kiefern kann er selbst harte Palmstämme anbohren. Die aufgrund dieser Löcher geschwächten Pflanzen werden dadurch anfälliger für Krankheiten, weshalb Oryctes rhinoceros als einer der wirtschaftlich wichtigsten Kokosplantagenschädlinge in Südostasien und im Pazifikraum gilt. In meinen Augen entbehrt es übrigens nicht einer gewissen Ironie, wenn ausgerechnet der ökologische 'Superschädling' Homo sapiens andere Spezies als "Schädlinge" bezeichnet ... :-)
Findet ihr den Käfer genauso beeindruckend wie ich?





