Wer Netflix, Youtube, Amazon, Ebay, Steemit usw. nutzen möchte, braucht Benutzernamen und Kennwörter sowie Keys. Um im Internet sicher unterwegs zu sein, sollte man es aber tunlichst vermeiden, dasselbe Passwort für jeden Dienst zu nutzen, da Hackerattacken immer häufiger werden. Immer mehr Plattformen bedeutet auch, sich immer mehr Passwörter merken zu müssen. Wie behält man bei diesem Wust den Überblick und sorgt gleichzeitig für ein hohes Maß an Passwortsicherheit?!

Zunächst einmal muss man sich anschauen, was heute als sicher gilt und was nicht. Die US-amerikanische Behörde NIST(National Institute of Standards and Technology), welche unter anderem die Verschlüsselungsalgorithmen DES und AES entwickelt hat, setzt hier Maßstäbe.
Bill Burr, pensionierter Beamter des NIST empfahl bisher, für sichere Passwörter 6 bis 8 Zeichen, Klein und Großbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen zu verwenden und das Passwort alle 90 Tage zu ändern. Seine Empfehlungen galten bisher als das Nonplusultra. Der Großteil der Leute wird sich aber eher ein Passwort leichterer Sorte erstellen, wie beispielsweise "Sonnentanz38?," anstatt "zR#78?x25^@!?", und dieses möglicherweise für mehrere Plattformen benutzen. Bequemlichkeit vor Sicherheit.
Burr "bereue" geradezu seine Aussagen, nachdem das NIST im Sommer letzten Jahres die neue Passwortrichtlinie NIST Special Publication 800-63A veröffentlicht hat. Burr's Empfehlung führe nicht zu höherer Passwortsicherheit - im Gegenteil. Das haben erfolgreiche Hackerangriffe in den vergangenen Jahren gezeigt. Die Leute neigen eher dazu, Ihre Passwörter einfach umzubauen. Aus "Sonnentanz38?" beim Ebayaccount wird dann "Sonnentanz55?" beim Amazonaccount.
Die neue Richtlinie empfiehlt, längere Passwörter mit weniger Komplexität. Desweiteren rät sie vom häufigen Ändern der Passwörter und von Sicherheitsfragen ab.
Da ich es für extrem wichtig halte, starke Passwörter zu verwenden und das Thema in 2018 aktueller denn je ist, spare ich mir jetzt mal das Wieso und Warum und zeige euch, wie ihr sichere Passwörter erstellt und was unsichere Passwörter sind, die ihr besser nicht verwenden solltet.
Übersicht
- Häufige Fehler bei der Passwortwahl
- Wie sieht ein starkes Passwort aus und wie erstelle ich es?
- Sicherheit gegen Merkbarkeit
- Der sichere Umgang mit Zugangsdaten
Häufige Fehler bei der Passwortwahl
- Zu kurze Passwörter
- Nicht komplex genug
- Beinhalten Wörter und Eigennamen
- Ein Passwort für mehrere Accounts
Hier sind ein paar Beispiele für schlechte Passwörter: jg8er, blume2018, asdfasdfasdf, IchbinderBeste18, MaxMustermann1980 oder passwort12345. Verwendet solche schwachen Passwörter bitte nicht, da eure Passwörter dann anfällig für Bruteforceattacken sind, also Softwareattacken von Hackern, welche durch wahlloses ausprobieren von Wörtern und Textkombinationen euer Passwort leicht knacken können.
Wie sieht ein starkes Passwort aus und wie erstelle ich es?
- Besteht aus mindestens 10 Zeichen
- Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen
- Keine Wörter aus dem Lexikon oder aus Wörterbüchern
- Ein Passwort pro Account
Besonders gut dazu eignen sich meiner Meinung nach Merksätze. Beispielsweise: "Meine Freundin spielt mit mir gerne Tennis bei schönem Wetter und 30 Grad!". Aus diesem Satz baue ich mir jetzt ein Passwort zusammen, indem ich mir von jedem Wort den Anfangsbuchstaben nehme und Groß- und Kleinschreibung beibehalte. Das sieht dann folgendermaßen aus: "MFsmmgTbsWu30G!" So erhaltet ihr ein sehr sicheres Passwort, welches ihr euch auch super merken könnt.
Sicherheit gegen Merkbarkeit
Im Prinzip ist die Sache klar. Je komplexer man ein Passwort gestaltet, desto schwerer kann man es sich merken.

Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die meisten Leute dann wohl eher zu einem einfacheren Passwort greifen.
Der sichere Umgang mit Zugangsdaten
- Keine Passwörter aufschreiben!
- Zugangsdaten nicht unverschlüsselt über Email, Whatsapp, Socialmediaplattformen etc. übertragen
- Passwortmanager mit Verschlüssung benutzen
Mit einem Passwortmanager wie beispielsweise der Freeware Keypass, aktuell in der Version 2.38 und in deutsch erhältlich kann man Passwörter in einer verschlüsselten Datenbank aufbewahren.

Wer diese Tipps befolgt, der ist schon ein gutes Stückchen sicherer im Internet unterwegs. Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Post weiterhelfen :) Wenn ja, dann lasst doch bitte ein Upvote da.
Vielen Dank für's Lesen,
Euer Kryptologe




