Liebe Leser, vermutlich kennen die wenigsten den Setagayapark (auch Japanischer Garten Döbling genannt). Ich kannte ihn bis vor kurzem auch nicht, da er etwas versteckt in einer Wohngegend im nördlichen Nobelviertel Wiens liegt. Der Name Setagaya kommt vom gleichnamigen Stadtteil Tokios, der mit Döbling seit 1984 ein Freundschafts- und Kulturabkommen hat. Der Park wurde nach Plänen eines japanischen Gartengestalters angelegt und im Mai 1992 eröffnet.
Er ist knapp 5000m2 groß und symbolisiert eine japanische Landschaft, mit für japanische Gärten typischen Elementen wie Wasserfall, Brücken, Steinen und Pflanzen. Der Haupteingang ist im Südwesten und von dort gibt es ein leicht ansteigendes Gefälle bis zur nördlichen Ecke, wo sich eine Wasserquelle befindet.
Bepflanzt ist der Garten mit einer Mischung aus heimischen Gewächsen und typischen japanischen, wie Magnolie, Blütenkirsche und Bambus. Im Frühling ist es daher hier mit Sicherheit noch um Einiges bunter!
Ein Stein mit der Inschrift Furō-mon 不老門 neben dem Eingang ist ein Zeichen "zum Eintritt in das Paradies". Man soll die Hektik des Alltags vergessen und sich an einem Ort der Schönheit und Ruhe erholen.

Der ansteigende Pfad symbolisiert den Lebensweg mit jedem Schritt. Über die Brücken kommt man dem Paradies, durch die Himmelslaube dargestellt, näher. Der Text stammt aus einer Info-Tafel beim Eingang.

Geht man hinauf, kommt man an einem Wasserfall und an einer zweiten Holzbrücke vorbei.

Oben angekommen, erreicht man die "Himmelslaube"...

... und die Quelle des kleines Flußes mit einem quadratischen Quellstein.

Das Teehaus, in dem ab und zu traditionelle Teezeremonien abgehalten werden, das aber die meiste Zeit des Jahres leer steht, ist ebenso ein Geschenk Setagayas bzw. dessen ehemaligen Bürgermeisters...

...wie die Steinpagode rechts im Bild.

Hier noch einmal die Aussicht vom Teehaus auf den Seerosenteich. Alles wirkt sehr harmonisch und friedlich, ist aber hochgradig geplant. Zum Beispiel wurde der rotlaubige Japanische Fächerahorn bewusst neben der Brücke gepflanzt, um als Farbkontrast zu wirken. Die Spiegelungen des Sees verdoppeln die Szene und erzeugen Ruhe und Weite.

Ein kleiner Abstecher in den Norden Wiens lohnt sich auf jeden Fall, falls ihr wieder einmal in der Stadt sein solltet.
Setagayapark 1190 Wien, Hohe Warte, Ecke Gallmeyergasse Erreichbar über U4, Endstation Heiligenstadt Täglich geöffnet vom 1.März bis 30.November, Eintritt gratis https://de.wikipedia.org/wiki/Setagayapark kurzes Video: https://www.wien.gv.at/video/529/Setagayapark

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