Bei unseren Ausflügen in die Aizu-Region sind wir schon oft kleineren und auch größeren Figuren begegnet, welche das Aussehen von roten Kühen haben. Diese Akabeko genannten Kuhfiguren sind tief in den Legenden und der Kultur der Gegend verwurzelt und sind zu heute zu einem beliebten Symbol von Aizu geworden. Der Ursprung der Akabekos geht auf die Ortschaft Yan-Aizu zurück, wo aus ich euch diese Erklärung mitgebracht habe. Mit Hilfe von Smartphone und Internet ist es mir ganz gut gelungen, den japanischen Text ins Deutsche zu übersetzen, und auch ich habe dabei wieder ein mehr mehr über eine mir bereits vertraute und ans Herz gewachsene Region Japans gelernt, in welche ich mit Sicherheit wieder zurückkehren werde.
Hier ist nun also die Geschichte der Akabeko, der roten Kühe:
Akabeko und die Gebete für ein Ende der Plage
Akabeko-Flecken
Das Akabeko-Papiermaché wird mit schwarzen Flecken dargestellt. Diese stehen für die Pocken. In früheren Zeiten waren die Pocken eine tödliche und gefährliche Krankheit. Es heißt, dass die Sterblichkeitsrate besonders hoch war, wenn sich kleine Kinder ansteckten. Die roten Kuhfiguren wurden stellvertretend bemalt, um Kinder vor dieser Pockenkrankheit zu schützen.
Die rote Farbe des Akabeko
In früheren Zeiten galt die Farbe Rot als Schutz vor Krankheiten und diese Idee wurde aus China übernommen. In der Edo-Periode (1603-1868) glaubte man, dass der Gott der die Krankheiten verursachte, die Farbe Rot mochte, so dass man die Götter mit Rot zu unterhalten suchte und sie bat, die Beschwerden der Kranken zu lindern, was allgemein als "akamono" bekannt ist.
Die Legende von Akabeko
Vor etwa 400 Jahren erschütterte ein großes Erdbeben die Region Aizu. Damals stürzten der Enzoji-Tempel, Unterkünfte, Privathäuser und andere Gebäude ein, was zu vielen Todesfällen führte. Als die Menschen danach Schwierigkeiten hatten, große Balken vom Flussufer hinaufzutragen, um die Haupthalle wieder aufzubauen, tauchte von irgendwoher eine große Herde roter Rinder auf und half, die Balken zu tragen. Dank ihnen konnten die Menschen die Halle erfolgreich wieder aufbauen, und sie waren überglücklich. Die roten Kühe verschwanden jedoch, bevor die Halle fertiggestellt war. Die Menschen dankten den rothaarigen Kühen und verehrten sie als "Akabeko", Symbole für Ausdauer und Stärke, und als Glücksbringer, und die Stadt Yanaizu gilt als Geburtsort der Legende der roten Kuh.
Akabeko soll ein Spielzeug sein, das die Pocken abwehrt. Die Pocken waren die erste Infektionskrankheit in der Geschichte der Menschheit, die erfolgreich ausgerottet wurde. So wie die Pocken in der Vergangenheit ausgerottet wurden, werden wir sicherlich in der Lage sein, unsere Schwierigkeiten zu überwinden, wenn wir zusammenarbeiten und unser Wissen und unsere Technologie bündeln.
(Tourismusverband Yanaizu)
In Yan-Aizu findet man an mehreren Stellen in der Stadt Akabeko plaziert, welche schnell zu Anziehungspunkten bei Groß und Klein avanciert sind. Auch bei mir scheint der Trick zu funktionieren und ich erwische mich jedes Mal von Neuem dabei, ein kleines Lächeln im Gesicht zu haben, wenn ich eine weitere rote Kuh entdecke. Der Spaß scheint ansteckend zu sein, aber zum Glück keineswegs so gefährlich, wie die oben erwähnten Pocken.
Und auch bei unserem nächsten Ausflug in die Region werden wir mit Sicherheit ein paar Akabeko zu sehen bekommen und uns jedes Mal darüber freuen. Manchmal braucht es gar nicht viel, um gute Laune zu haben und zu lächeln. Akabeko sei Dank!

