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Wäscht du noch oder schüttelst du schon? 👹🍣🎎 Mein Japan

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Aus aktuellem Anlass muss ich mich mal wieder mit einem Thema beschäftigen, was uns allen wohl nicht ganz neu sein sollte. Manches scheint wohl ein weltweiter Trend zu sein, auf den man aber nicht unbedingt stolz sein braucht.

Und das führt dann zu Momenten, in denen ich mich über einige der vielen kulturellen Unterschiede, denen ich in Japan begegne nicht mehr wunder, sondern sie regelrecht zu schätzen lerne. Denn besonders hier im fernen Osten, wo das respektvolle Kopfnicken als Begrüßung weit verbreitet ist, wird einem bewusst, wie angenehm es sein kann, wenn Körperkontakt nicht zwingend zum guten Ton gehört.

In westlichen Gesellschaften gilt der Händedruck als Zeichen von Höflichkeit, Vertrauen und Stärke. Doch gerade in öffentlichen Räumen – etwa nach dem Besuch einer Toilette – wird diese Geste mitunter zur unfreiwilligen Mutprobe. Denn leider scheint die Selbstverständlichkeit, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen, nicht überall angekommen zu sein. Und das betrifft keineswegs nur junge Menschen. Auch ältere Herren und Damen, Akademiker wie Handwerker, scheinen sich gelegentlich mit erstaunlicher Zielstrebigkeit am Waschbecken vorbeizunavigieren. Ganz nach dem Motto: An meine Hände kommt mir nichts, was ich nicht selber produziere.

Immer wieder werde ich selber Zeuge davon und staune, wie weit verbreitet doch die Angst vor dem Wasser zu sein scheint. Am liebsten würde ich jedes Mal hinterherufen: "Wasch die die Hände, du Sau!"

Wenn man dann bedenkt, wie oft diese ungewaschenen Hände später zum Einsatz kommen – sei es beim Griff zur Türklinke, beim Kratzen an der Hose oder am eigenen Kinn, oder eben leider auch beim Händeschütteln – wird einem die Zurückhaltung mancher asiatischer Begrüßungsrituale umso sympathischer. Kein Körperkontakt, keine Keime, kein unangenehmes Nachdenken darüber, was man da gerade berührt hat. Die Körper und Körperflüssigkeiten halten respektvollen Abstand voneinander und man behält seine eigenen Keime ganz für sich selber.

Leider wird dieses heidnische Zeremonie des Kopfnickens wohl eher keinen globalen Siegeszug antreten, zu stark scheint das gegenseitige Verlangen nach Nähe und Zärtlichkeit .

Es muss ja nicht immer gleich ein sozialistischer Bruderkuss zu sein, auch ein kräftiger und deshalb männlicher Händedruck reicht vollkommen, um die eigenen Ausscheidungen mit allen zu teilen.

Natürlich ist Nähe ein menschliches Bedürfnis, und Gesten wie der Händedruck haben ihren Platz. Doch vielleicht wäre es an der Zeit, auch in unserer Kultur ein wenig mehr Distanz als Zeichen von Respekt zu verstehen – und Hygiene nicht als Option, sondern als Selbstverständlichkeit. Nur mal so als Gedanke zum Drüberschlafen...

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Comments · 3

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  • @mrdani12(77)· 21h

    Just a random thought: Maybe the saddest part of life is knowing that some days can never be lived again.

  • Das Kopfnicken statt Händedruck hat gerade nach dem Toilettenbesuch seine ganz praktischen Vorteile, Japan macht da vieles richtig.