Liebe Leser, die EU (und Norwegen) fördern mit Millarden Steuergeld den (privaten) Düngemittelproduzenten Yara, damit der in Holland eine Fabrik baut, die nichts produziert, aber 800000t CO2 pro Jahr verflüssigt, in riesigen, gekühlten Stahldrucktanks auf Schiffe verlädt, 2x/Woche nach Norwegen bringt und dort 2,6km tief ins Gestein unterhalb des Meeresbodens spritzt. Mit diesem gigantischen Aufwand werden die CO2-Emissionen von Holland um 0,5%(!) reduziert, auf EU-Ebene sind das 0,025%. Fehlen nur noch ein paar Tausend solcher Anlagen, um die EU ins Klima-Nirwana zu bringen!
Die weltweit größte industrielle CO₂-Verflüssigungsanlage (carbon capture facility) wurde am 7.Sep.2026 im Yara-Werk in Sluiskil, Holland, eingeweiht. Das Projekt schafft die erste "länderübergreifende Wertschöpfungskette" für die Abscheidung, den Transport und die dauerhafte Speicherung von CO2.
Aus dem PR-Statement: „Dies ist ein wichtiger Tag für Yara und für die europäische Industrie. Die CO2-Verflüssigungsanlage in Sluiskil beweist, dass eine groß angelegte industrielle Dekarbonisierung bereits heute möglich ist. Angesichts des sich verschärfenden globalen Wettbewerbs muss Europa Wege finden, Emissionen zu senken und gleichzeitig Industrie, Arbeitsplätze und kritische Wertschöpfungsketten in Europa zu erhalten. Genau darum geht es bei diesem Projekt“, so der CEO von Yara. Ich glaube dagegen, es geht vor allem um Umverteilung von Steuergeld von den EU-Schlafschafen zu den Empfängern der üppigen Förderungen und den beteiligten Klima-Lobbyisten.
Yara Sluiskil, Europas größtes Ammoniak- und Düngemittelwerk, kann jetzt jährlich bis zu 800000 Tonnen CO2 aus der Ammoniakproduktion abscheiden und verflüssigen und so die CO2-Steuer für diese Mengen vermeiden. Die Motivation des Konzerns ist es primär, Steuern zu vermeiden (und sekundär, "CO2-arme" Produkte mit einem Preis-Premium zu verkaufen), und die EU fördert diese Profitoptimierung mit dem Geld der nichtsahnenden Steuerzahler, anstatt die schwachsinnigen CO2-Steuern endlich abzuschaffen, die nichts bringen außer Wettbewerbsnachteile - die mit Abstand größten CO2-Emittenten USA und China haben keine derartigen Moral-Steuern!
Das flüssige, auf -35°C gekühlte und unter Druck stehende CO2 wird mit LNG/Diesel-Tankern nach Øygarden , Norwegen transportiert (>100 Fuhren pro Jahr), wo es von der Firma Northern Lights (unter großzügiger Förderung durch Norwegen) in einem "Reservoir" angeblich dauerhaft unter dem Meeresboden, 100km von der Küste entfernt, gespeichert wird. Dazu werden initial bis zu 5000 Tonnen CO2 täglich unter hohem Druck (über 260 bar!) in poröses Gestein in 2600-2700m Tiefe gepresst, wo es Millionen Jahre dauern soll, bis es wieder freigesetzt wird! Allein die Verbrennung des Treibstoffs für die Tanker bläst 3-4% des gespeicherten CO2 wieder in die Luft, da sind die Materialien, die Errichtung und der Betrieb der Fabriken und Verladeterminals in Holland und Norwegen und die Energie zum Verflüssigen und zur Kühlung des CO2 noch nicht einberechnet.
Bei "geeigneten Rahmenbedingungen" (sprich kontinuierlichen Förderungen durch den Steuerzahler), so heißt es im PR-Text weiter, wird das Projekt voraussichtlich in den nächsten 15 Jahren rund 12 Mio. Tonnen CO2 abscheiden und speichern und damit einen "wesentlichen Beitrag zu den europäischen Klimazielen und zur industriellen Transformation" leisten. Wesentlich? Yara allein produziert 62 Mio. Tonnen CO2 - im Jahr! Die solcherart eingesparte Menge entspricht nur ca. 0,025% der europäischen CO2-Produktion. Daher will die EU die CO2-Speicherung über die nächsten Jahre intensivieren und dazu bis 2030 Lagerungskapazitäten von 50 Mio. Tonnen und bis 2040 von 250 Mio. Tonnen aufbauen (daher der Titel dieses Posts)!
Von Seiten der Firma Northern Lights heißt es „Dies ist ein Meilenstein, auf den wir uns schon lange gefreut haben. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit Yara den Betrieb aufzunehmen und zu sehen, wie die 2023 unterzeichnete Vereinbarung nun Wirklichkeit wird. Gemeinsam zeigen wir, dass die Abscheidung sowie der grenzüberschreitende Transport und die Speicherung von CO₂ eine tragfähige Lösung für die europäische Industrie sind.
Wie es aussieht, wurde die Firma allein aufgrund der Förderungen gegründet, insg. 2 Mrd.€! Ohne Steuergeld wäre der Betrieb vermutlich nach einer Woche geschlossen! Aber wie soll so eine extremsubventionierte Anlage Vorbild für die europäische Industrie sein? Im Gegenteil, die europäische Industrie wird so nur noch abhängiger von Staats-Förderungen und noch weniger wettbewerbsfähig. Es funktioniert auch nur, wenn "CO2-arme" Produkte einen echten Wettbewerbsvorteil im global Markt hätten. Davon sind wir aber immer weiter entfernt, wo doch sogar das IPPC selbst hat verlauten lassen, dass deren worst case-Modell zu schwarzmalerisch war. Freiwillig haben sie das sicher nicht zugegeben, die Diskrepanz zwischen den Modellen und der Realität war aber schon so groß, dass sämtliche Tricksereien nicht mehr halfen.
Was meinst Du dazu? Wird das Werk Vorbild werden und Nachahmer finden oder eher als Missgeburt enden, die spätestens in ein paar Jahren still verenden wird wie z.B. die ehrgeizigen "Grüne Stahlproduktion"-Pläne von ArcelorMittal und vielen anderen Stahlwerken? In seiner Absurdität erinnert die Einspritzung von flüssigem CO2 in poröses Nordseegestein auch an das "Desertec"-Projekt, das 2009 gestartet worden war, um Solarstrom aus der Sahara per Hochspannungs-Gleichstromleitungen nach Europa zu bringen. Nach wenigen Jahren war der Traum ausgeträumt.
Ich bin keinesfalls technologiefeindlich. Die Lösung der nicht menschengemachten Erd-Erwärmung (immerhin kommen wir aus einer Kaltzeit, der Kleinen Eiszeit) liegt in Innovation und Anpassung. Aber nicht in der eindimensionalen Dämonisierung eines Moleküls, das für das Wachstum von Pflanzen lebensnotwendig ist.
Übrigens, der beste CO2-Abscheider ist immer noch der Wald. Er ist sogar selbstreplizierend und bietet Obdach für Tausende andere Pflanzen und Tiere, ja ganze Ökosysteme. Und er wächst besser und schneller (und absorbiert somit mehr Kohlenstoff), je mehr CO2 in der Atmosphäre ist!
https://peakd.com/deutsch/@stayoutoftherz/der-wald-und-der-mensch-teil-1
Quellen: https://www.rohstoff-welt.de/news/746055--Europeund039s-largest-carbon-capture-facility-officially-inaugurated-at-Yara-Sluiskil-in-the-Netherlands.html https://e24.no/energi-og-klima/i/q6xEjo/aapnet-co-fangstanlegg-viktig-dag https://globorural.globo.com/negocios/noticia/2026/09/yara-inaugura-maior-unidade-de-captura-e-armazenamento-de-carbono-do-mundo-na-holanda.ghtml
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